Zahngold soll Kindergebisse blinken lassen

Hilfsaktion: Ulmener Zahnarzt spendet Erlös von Sammlung für Gesundheitsprojekt in den Anden

Rhein-Zeitung, 24.11.2012

Für den Ulmener Zahnarzt und seine Patienten sind es vielleicht nur ein paar Gramm Gold – für Kinder, denen es nicht so gut geht, hingegen eine wertvolle Spende: Ein Jahr lang haben Praxismitarbeiter des Ulmener Zahnarztes Dr. Wolfgang Feige das Zahngold der Patienten gesammelt und dies dem Gesundheitsprojekt von Annemarie Hofer in Cochabamba zur Verfügung gestellt. 


3128,40 Euro kamen bei der Aktion zusammen. Dieses Geld hilft, Kindern in den Anden eine Zahnfürsorge zu ermöglichen. Bei ihrem Besuch in Bolivien konnten Gerd und Heike Ternes aus Ulmen das Geld den Verantwortlichen an Ort und Stelle
übergeben. Das Geld wurde für den Kauf von Zahnpasta und Zahnbürsten zugunsten der Kinder in den Hochanden genutzt. Zahnvorsorge und Zahnfürsorge spielen für die meisten Bewohner in den Anden eher eine untergeordnete Rolle. Zu sehr ist man dort damit beschäftigt, das tägliche Leben zu bewältigen, zu groß sind Armut und Hunger, sodass man sich über die für uns selbstverständliche Zahnpflege keinerlei Sorgen macht. Umso größer sind jedoch die Schäden, die ein solches Versäumnis anrichtet. Davon kann Nelly Varga, die Zahnärztin des Gesundheitsprojektes von Dr. Annemarie Hofer in Bolivien, einiges erzählen. Oft kommt sie bei ihren Besuchen in den Anden mit Kindern zusammen, die bereits in jungen Jahren erhebliche Schädigungen der Zähne haben. 


Zahnärztliche Behandlung oder sogar Zahnklammern und Zahnfürsorge sind für viele der Kinder nicht erschwinglich. Das durchschnittliche Einkommen des 8,5 Millionen Einwohner zählenden Landes in der Mitte von Südamerika beträgt rund 2 Euro pro Tag. Auf dem Altiplano, einer auf etwa 4000 Metern gelegenen Hochebene in Bolivien, ist das Einkommen wohl noch geringer. Da wundert es nicht, dass die Menschen die Zahnfürsorge als nebensächlich erachten. Ärztin Annemarie Hofer versucht dies mit ihrem Gesundheitsprojekt zu ändern. Zwar sind die Wege mühsam, und der Erfolg ist nicht sofort sichtbar, aber langsam entwickeln auch die Menschen in den Anden ein Bewusstsein, dass Gesundheitsfürsorge der Grundstein für ein gesundes Leben ist.

 

Bolivien hat die höchste Kindersterblichkeitsrate Südamerikas: Es sterben in Bolivien 77 von 1000 Kindern vor Erreichen des fünften Lebensjahres. Die Lebenserwartung liegt nur bei 62,5 Jahren. Die medizinischen Ursachen dafür liegen in der Ernährung einerseits und den hygienischen Bedingungen andererseits.

 

Spendenkonto: Jesuitenmission Nürnberg, Projekt Hofer,
Liga Bank Regensburg, BLZ 750 903 00,

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Internet: www.ternesulmen.de;

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